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Rezension “Innerste Sphäre”

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Titel: Innerste Späre
Originaltitel: Sanctum
Autor: Sarah Fine
Verlag: Amazoncrossing
Reihe: Wächter des Schattenlands #1
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 324
ISBN: 978-1611099225
Format: Taschenbuch

Inhalt: Vor einer Woche hat sich Lela Santos’ beste Freundin Nadia das Leben genommen. Heute steht Lela nach einem missglückten Abschiedsritual im Paradies und blickt zu einer gigantischen ummauerten Stadt in der Ferne auf – der Hölle. Niemand durchschreitet freiwillig das Selbstmordtor, um an einen Ort zu gelangen, der in Dunkelheit erstickt und von verkommenen Geschöpfen heimgesucht wird. Aber Lela lässt sich nicht so leicht abschrecken – sie ist entschlossen, die Seele ihrer besten Freundin zu retten, auch wenn sie dafür ihr ewiges Leben opfern müsste. Bei ihrer Suche nach Nadia wird Lela von den Wächtern gefangen genommen – ungeheuren, unmenschlichen Aufsehern, die in den endlosen Straßen der dunklen Stadt patrouillieren. Ihr menschlicher Anführer Malachi hat nur eins mit ihnen gemeinsam: seine tödliche Effizienz. Als er die mutige Lela kennenlernt, fasst Malachi einen Plan: Er will sie aus der Stadt schaffen, selbst wenn das bedeuten sollte, dass sie Nadia zurücklassen muss. Denn Malachi weiß etwas, das Lela nicht ahnt – die dunkle Stadt ist nicht der schlimmste Ort, an dem Lela enden könnte, und er schreckt vor nichts zurück, um sie vor diesem Schicksal zu bewahren.

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Meinung: Dass ich dieses Buch gelesen habe, liegt schon einige Zeit zurück. Ich habe die Rezension immer wieder aufgeschoben, weil ich mir nicht sicher war, ob ich das Buch nicht vielleicht noch einmal lesen würde, um mir manche Details noch einmal ins Gedächtnis zu holen oder weil ich einfach nicht ganz sicher war, was ich denn eigentlich von diesem Buch halten sollte.
Ich habe das Buch ursprünglich als Hörbuch erstanden. Leider sagte mir die Geschichte damals in Hörfassung überhaupt nicht zu und ich konnte mich nicht recht darauf konzentrieren. Aber eigentlich fand ich die Idee interessant und sie hat mich neugierig genug gemacht, dass ich mich dann doch dazu entschlossen habe, das Buch als Taschenbuch zu kaufen.

Im Grunde kann ich sehr viele positive Dinge über dieses Buch sagen. Die generelle Idee hinter dem Buch, die Stimmung, die Figuren, die Beschreibungen – all das ist ziemlich großartig.
Die Idee, dass Selbstmörder nicht in den Himmel gelassen werden, ist ja nicht neu. Das “wissen” wir seit Jahrhunderten. Sarah Fine hat die ganze Sache allerdings ausgebaut, ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und uns eine ausgeklügelte Welt vorgesetzt, die mir sehr gefallen hat. Alles machte einen Sinn und kam mir gut und richtig vor.

Über allem hängt eine graue, düstere, trostlose Stimmung wie eine dunkle Wolke. Sogar auf den ersten paar Seiten, als noch nicht alles den Bach runtergegangen ist, scheint etwas zu lauern. Das ist sehr passend. Alles ist grau und düster in der Stadt und die Selbstmörder sind alle so mit sich selbst beschäftigt, dass sich so oder so niemand für irgendetwas anderes interessiert. Ich fand es interessant mit anzusehen, wie Lela als “normaler” Mensch die Stadt empfindet. Die Trostlosigkeit und die Angst, das Wissen, dass sie schon einmal dort gewesen ist und die grausamen Mazikeen, die sie rekrutieren wollen.

Das Buch ist spannend, düster und schnelllebig. Dauernd passiert irgendetwas, überall lauert etwas, ständig muss man auf der Hut sein. Das hat mir gefallen.

Lela ist ein interessanter Charakter. Sie passt gut in das Setting, hat eine Menge Probleme, lässt schnell man die Fäuste sprechen und ist doch aufgrund ihrer Vergangenheit sehr zerbrechlich. Sie hat Tiefe, was genau das ist, was mich so ärgert, denn genau diese Tiefe und Charakterstärke geht in den letzten Kapiteln flöten. Ich kann zwar verstehen, dass Lela ihre Schilde langsam runterfährt und zum ersten Mal beginnt jemandem zu vertrauen. Dass der Ort ihr langsam an die Nieren geht und sie Angst hat. Verstehe ich alles. Aber ich finde es schade, dass sie sich so sehr ändert, dass es gar nicht mehr natürlich wirkt. Sie wird anhänglich und weinerlich und das macht alles kaputt, was man über diesen Charakter erfahren hat.
Die anderen Figuren sind zwar unterschiedlich und werden vereinzelt auch mal tiefer beleuchtet, aber zu keiner konnte ich eine besondere Bindung aufbauen. Da sich allerdings die meiste Zeit alles um Lela dreht, kam mir das allerdings nicht so gravierend vor.

Alles in allem ist es sicherlich ein gutes Buch. Der Anfang war sehr stark, nur leider hat das Buch mit der Zeit an Qualität abgenommen. Es war fast so, als wollte die Autorin noch unbedingt die gängigen YA-Muster mit einbringen, was das Buch dann leider eher versaut hat. Ich hätte auch problemlos ohne die Liebesgeschichte leben können. Das Buch ist Teil einer Reihe, die aber leider nicht weiter übersetzt wurde. Für mich ist das nicht schlimm. Das Ende hat mich eigentlich recht zufrieden zurückgelassen und ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen.

2 thoughts on “Rezension “Innerste Sphäre”

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