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Rezension „Der Brief“

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Titel: Der Brief
Autor: Carolin Hagebölling
Verlag: dtv
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 220
ISBN: 978-3-423-26146-3
Format: Taschenbuch

Inhalt:  Es ist ein Brief, der alles infrage stellt, was sie bisher für real gehalten hatte: Marie, Anfang 30, ist höchst irritiert, als sie die Zeilen ihrer alten Schulfreundin Christine liest. Darin ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor, dem erfolgreichen Galeristen – und von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit. Tatsächlich erfreut sich Marie bester Gesundheit, arbeitet als Journalistin in Hamburg und führt eine glückliche Beziehung mit Johanna. Aber der mysteriöse Brief lässt ihr keine Ruhe. Kurz entschlossen reist Marie nach Paris. Und findet sich in einem Leben wieder, das ihr seltsam vertraut ist und mit dem sie sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt.

Meinung: Ich habe dieses Buch bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und mich sehr darüber gefreut. Die Aussicht Genaueres über die verschiedenen Realitäten zu erfahren und wie sich das ganze auflöst, hat mich fasziniert.

Als ich das Buch dann zum ersten Mal aufgeschlagen habe und die ersten Kapitel überflog, überkam mich allerdings so ein komisches Gefühl. Dieses Gefühl, das man bekommt, wenn man eine Folge von Fringe oder Akte X schaut oder bei einen Thriller der Hauptfigur folgt, wenn der Mörder noch frei rumläuft und in der Küche ein komisches Geräusch zu hören ist. Diese Beklemmung war es, die mich davon abgehalten hat, das Buch mit seinen bescheidenen 220 Seiten in einem Rutsch durchzulesen, sondern mir immer nur ein paar Seiten auf einmal zu Gemüte zu führen. Seltsam, nicht wahr? Schließlich bin ich Krimis gewohnt und mache normalerweise nicht so ein Tam-Tam um ein bisschen Nervenkitzel.

Ich mochte Marie und ihre Freundin Johanna. Ich mochte, wie sie miteinander umgingen und wie die Beziehung beschrieben wurde und dass es völlig egal ist, dass es sich hier um zwei Frauen handelt, weil es eben auch komplett normal ist. Anders als bei anderen Büchern, die ich gelesen habe, wurde das Thema nicht aufgebauscht und damit bin ich sehr zufrieden.
Ich mochte diese Beziehung auch viel lieber als die alternative Beziehung von Marie und Victor. Johanna wirkte echter auf mich und Victor wie eine Fantasiegestalt. Generell mochte ich die Figuren, Marie, Johanna, André und Luis, Daniel und Peter und wie sie alle heißen.

Die Geschichte ist gut erzählt, wenn mir auch manche Reaktionen nicht nachvollziehbar oder logisch vorkamen und manches dann doch recht vorhersehbar war. Alles in allem war ich allerdings recht zufrieden.

Das Ende kam mir logisch vor, auch wenn ich mir ein paar mehr Informationen gewünscht hätte.

Alles in allem mochte ich das Buch, der Stil ist angenehm und leicht zu lesen und wenn man nicht zögert so wie ich, hat man es eigentlich auch schnell durch. Es holt einen emotional ab und hinterlässt die Frage: Wie würde mein Leben aussehen, wenn ich mir da und dort anders entschieden hätte?

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4 Kommentare zu „Rezension „Der Brief“

  1. Hallo liebste M 😉
    Dies klingt nach einer Was-wäre-wenn-Geschichte“. Liege ich da richtig ?
    Findest du, dass diese auf 220 Seiten ausreichend erzählt wurde ? Du hast
    ja ein paar Informationen vermisst.
    Ich gerade mal geschaut. Die Meinungen gehen ja weit auseinander. Umso mehr
    freut es mich, dass dich das Buch gut unterhalten konnte.
    Ich hoffe sehr, dir geht es gut ?!
    Fühl dich umarmt…obwohl…morgen erst wieder…heute ist es zu heiß dafür.^^
    Liebst, Hibi

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo, liebe Hibi!
      Wenn man nicht so rumsumpert wie ich, dann liest sich das Buch sehr schnell.
      Das Ende war zwar logisch und gut gewählt, aber für mich irgendwie ein wenig unbefriedigend. Da habe ich die Infos vermisst. Mir ist auch aufgefallen, dass die Meinungen da recht auseinander gehen, aber ich mag diese Idee vom Multiversum, deshalb bin ich wohl auch anders an das Buch dran als andere.
      Ich weiß allerdings nicht, ob ich es wirklich als „Was-wäre-wenn“-Geschichte bezeichnen würde. Die andere Realität, die sich da einschleicht, wirkte auf mich mehr wie ein Fremdkörper und macht den Beteiligten mehr Angst als dass sie sich wirklich darauf einlassen. Deshalb eher nicht. 🙂
      Ich nehm die Umarmung übrigens auch, wenn es heiß ist. Also immer her damit und zurückgedrückt.
      Alles Liebe, M

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