Allgemein · Rezensionen

Rezension „Hinter dem Café das Meer“

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Titel: Hinter dem Café das Meer
Originaltitel: Summer at the Cornish Café
Autor: Phillipa Ashley
Reihe: Cornish Café #1
Verlag: Dumont
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 390
ISBN: 978-3-8321-6407-2
Format: Taschenbuch

Inhalt: Türkisblaues Wasser, raue Steilküsten, kilometerlange Sandstrände – der Sommer in St Trenyan/Cornwall hat einiges zu bieten. Leider ist Demi viel zu beschäftigt, um ihn zu genießen. Sie arbeitet als Kellnerin in einem kleinen Strandcafé, um sich und ihren Hund Mitch über die Runden zu bringen.
Dann verliert sie ihren Job – und trifft Cal. Er hat ein Anwesen in der Nähe einer idyllischen Bucht geerbt. Das alte, baufällige Haus und das vernachlässigte Gelände will er in eine Ferienanlage umwandeln, und er braucht dringend Unterstützung. Auf einmal hat Demi wieder Arbeit. Und während sie gärtnert, Wände verputzt und Dachziegel anbringt, träumt sie von ihrem eigenen kleinen Café. Aber auch ihr neuer Chef beschäftigt sie – obwohl der es ihr nicht gerade leicht macht. Trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Wenn nur Cals Exfreundin nicht wäre, für die er noch Gefühle zu hegen scheint…

Meinung: Ich habe das Buch bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und habe mich vom Cover und der Inhaltsangabe doch recht angesprochen gefühlt. Ich war bereits in Cornwall und kann bestätigen, dass es sich um ein himmlisches Fleckchen Erde handelt, das man wirklich mal besucht haben sollte. Auf den Klippen zu stehen und das Meer und die Landschaft zu genießen – das ist wirklich herrlich. Cornwall und dieses Gefühl davon hat die Autorin wirklich sehr gut eingefangen.

Leider hören die Lobpreisungen damit auch schon auf. Ich glaube, ich war selten von einem Buch so enttäuscht und frustriert. Das lag vor allen Dingen an den Figuren:

Demi ist laut Buch etwa 21 Jahre alt, verhält sich die meiste Zeit aber eher wie ein Teenager. Von einem Mädchen, das einige Zeit obdachlos war, erwarte ich mir ein bisschen mehr Reife. Ihre Impulsivität wäre vielleicht in einem Jugendroman glaubhaft rüber gekommen, aber nicht in einem Liebesroman für Erwachsene. Hier wirkte es einfach nur kindisch. Auf der anderen Seite gab es dann wieder Momente, in denen sie mir gut zehn Jahre älter vorkam, mit einer Bildung und Businessfähigkeiten, die sie ohne eine richtige Ausbildung sicherlich nicht haben kann.

Bei Cal hingegen war ich mir nie recht sicher, wie alt der eigentlich ist – ich schätzte ihn aber auf Anfang 30. Er wird als eigenbrötlerischer, launischer Mann beschrieben und wie sehr der seiner Verflossenen – mit der er nie wirklich zusammen war – hinterher trauerte, nachdem er mehrere Jahre keinen Kontakt zu ihr hatte, kam mir auch reichlich seltsam dargestellt vor. Er war launisch und undurchsichtig und hatte für und auf mich in etwa die Anziehungskraft eines Tierkadavers am Straßenrand. Im Sommer wohlgemerkt.

Weiters wurde sehr oft angesprochen, dass Cal zu viel trinkt, im Pub versauert oder betrunken ist. Mal abgesehen davon, dass er ein bisschen leichtsinnig oder Demi gegenüber anzüglich wurde, habe ich davon nicht viel bemerkt. Es wurde allerdings so oft angesprochen und angedeutet, dass es sich um große Mengen Alkohol handelt, dass ich hier ehrlich gesagt annehmen müsste, dass es sich zu einer Sucht entwickelt, was mir dann aber definitiv zu sehr romantisiert wurde. Alkoholismus ist ein ernstes Thema. Das hat mich gestört. Dann hätte man es besser gleich weggelassen.

Weglassen hätte man eigentlich ziemlich viel können. Ob jetzt Robyns Sexualität oder die Sache mit dem Spa – für den Fortlauf der Geschichte meiner Meinung nach vollkommen unwichtig.
Auf den letzten 30 Seiten wurden dann noch Figuren eingeführt und Probleme kreiert, die Demi und Cal wohl voneinander fernhalten sollten, was jedoch unglaubwürdig auf mich wirkte und mit einem Fingerschnippen fünf Seiten weiter wieder aufgelöst wurde.

Alles in allem war ich also mehr als unzufrieden mit diesem Buch: Die Dialoge waren hölzern, es gab viel zu viel unnützes Zeug in der Geschichte, das wirklich niemand gebraucht hat, die Figuren waren unglaubwürdig und hätten mit diesem ganzen „naives aber starkes Mädchen trifft eigenbrötlerischen Badboy“ vielleicht in einen ausgelutschten YA-Roman gepasst. Das ganze hatte für mich so oder so eher mit Lust und nicht mit Liebe zu tun. Wenn da Liebe da war, hab ich sie auf jeden Fall nicht bemerkt. Und offene Fragen gab es zum Schluss auch noch. Ich weiß nicht, ob der Plan der Autorin war, das offen zu lassen, um den Leser dazu zu bringen den Folgeband auch zu lesen, aber das Ende lässt mich eher unbefriedigt zurück.

Die Szenen und Beschreibungen von Cornwall waren zwar sehr schön, aber das überzeugt mich jetzt ehrlich gesagt nicht davon, die Reihe weiter zu verfolgen oder eine Leseempfehlung auszusprechen.

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11 Kommentare zu „Rezension „Hinter dem Café das Meer“

  1. „Er war launisch und undurchsichtig und hatte für und auf mich in etwa die Anziehungskraft eines Tierkadavers am Straßenrand. Im Sommer wohlgemerkt.“

    Ich lache immer noch! 😀 Vielen Dank für diese unterhaltsame Warnung. Von dem Buch sollte man anscheinend lieber die Finger lassen. ^^ LG

    Gefällt 1 Person

    1. Hey, ich gebe zu, ich bin ganz zufrieden mit dieser Rezension. Schön, dass du sie magst. 😀 Das Buch ist wirklich nicht toll. Natürlich kann sich jeder seine eigene Meinung bilden, aber empfehlen würde ich es nicht.
      LG, m

      Gefällt 1 Person

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