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Rezension „Mit Zorn sie zu strafen“

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 Titel: Mit Zorn sie zu strafen
Originaltitel: The Slaughter Man
Autor: Tony Parsons
Reihe: Max Wolfe #2
Verlag: Lübbe
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 314
ISBN: 978-3-404-17282-5
Format: Klappbroschur

Inhalt: London an einem klirrend kalten Neujahrstag. Detective Max Wolfe ist entsetzt: In einer noblen Wohnanlage wurde die Familie Wood ermordet. Mit einer Waffe, die sonst nur bei der Schlachtung von Tieren zum Einsatz kommt: einem Bolzenschussgerät. Allein der jüngste Sohn scheint verschont worden zu sein, doch von ihm fehlt jede Spur. Hat der Killer ihn in seiner Gewalt? Max bleibt nicht viel Zeit. Seine Ermittlungen führen ihn weit in die Vergangenheit, zu einem Mann, der vor 30 Jahren eine Familie tötete, auf die gleiche brutale Art. Doch der ist mittlerweile alt und sterbenskrank…

Meinung: Nach dem Prolog und dem ersten Kapitel habe ich mir genau zwei Fragen gestellt: Ist dem Autor eigentlich gar nichts heilig? Und: Werde ich das Buch durchhalten können, wenn die Geschichte so weitergeht?

Es ist jetzt nicht so, dass das Buch schlecht ist. Das will ich auch gar nicht andeuten. Ganz im Gegenteil. Es ist ein gutes Buch. Es ist spannend und packend. Es hat eine Vielzahl an Charakteren und lässt sich schnell lesen, wenn man es will. Der Fall ist gut durchdacht und es gibt einige Twists und Wendungen, die ich sicherlich nicht kommen habe sehen.

Was mich an dem Buch gestört hat ist, dass ich zu den Figuren keinen echten Draht hatte. Alle Versuche des Autors, die Figuren echter zu gestalten, sind für mich nicht gelungen. Sie kamen mir trotz ihrer Unterschiedlichkeit seltsam eintönig und farblos vor, als würde ich sie durch eine Milchglasscheibe in der Tür eines Cafés beobachten. Ab und an wurde die Tür geöffnet, aber viel zu schnell wieder geschlossen. Selbst Max, von dem ich ja mehr weiß als von den restlichen Charakteren, konnte ich irgendwie nicht greifen.

Weiters kam es mir so vor, als würde der Autor mit aller Gewalt seine Leser auf die Tatsache stoßen wollen, dass das Leben eines Polizisten hart und brutal ist. Dass jeder jeder Zeit sterben kann und dass die Welt im Allgemeinen kalt und grausam ist. Mir ist  Er macht da vor keiner seiner Figuren halt, ob jetzt Polizist oder Zivilist, was mich an manchen Stellen schon gestört hat. Irgendwann werden keine Figuren mehr übrig bleiben. Ich lebe da beim Lesen schon permanent in Angst, dass er meine Lieblingsfigur der Reihe als nächstes umbringt. Als wäre es nur eine Frage der Zeit.

Alles in allem ist es ein gutes Buch. Spannend, mitreißend. Allerdings auch distanziert und an manchen Stellen farblos. Ich kann es leider nicht besser beschreiben.
Ich werde die Reihe trotzdem weiterverfolgen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich doch noch einen Bezug zu den Figuren finde und sich irgendwo ein Licht in diese ganze Dunkelheit schleicht.

 

 

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