Allgemein · Rezensionen

Rezension „Wasser für die Elefanten“

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Titel: Wasser für die Elefanten
Originaltitel: Water for elefants
Autor: Sara Gruen
Verlag: Rowolth Verlag
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3499248450
Format: Taschenbuch

Inhalt:  Jacob steht nach dem Unfalltod seiner Eltern vor dem Nichts. Verzweifelt springt er auf irgendeinen Zug auf – und landet bei Benzinis spektakulärster Show der Welt, einem drittklassigen Wanderzirkus. Unter Artisten, menschlichen Kuriositäten, den überall hinter den Kulissen schuftenden Arbeitern und den wunderbaren Tieren der Menagerie findet Jacob rasch Freunde. Und bald verliert er auch sein Herz: an die zauberhafte Dressurreiterin Marlena – und fast gleichermaßen an Rosie, eine reizende, verfressene Elefantendame, die hartnäckig jedes Kunststück verweigert. Leider ist Rosies Sturheit in den Hungerzeiten der Großen Depression ein echtes Problem – wenn auch kein so großes wie Marlenas gefährlich eifersüchtiger Ehemann.

Meinung: Ich weiß gar nicht mehr, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Vielleicht nur, weil es auf vielen Listen der Gegenwartsliteratur angeführt wird. Vielleicht auch, weil mich die Idee des Buches und die Aussicht, einen Blick hinter die Kulissen des Zirkus zu werfen, fasziniert hat.

„Wasser für die Elefanten“ wird in zwei Linien erzählt. Zum einen ist da Jacob, der 93-jährige Altenheimbewohner, dem sein Alter zu schaffen macht und der darauf wartet, dass eines seiner Kinder ihn zu einem Besuch im Zirkus abholt. Die andere sind Jacobs Erinnerungen an seine Zeit beim Zirkus. Ich kann nicht sagen, welche mich mehr berührt hat. Während ich die Rückblicke und Geschehnisse mit Spannung verfolgt habe, habe ich mich doch jedes Mal über den Blick in die Gegenwart und auf den alten Jacob gefreut.

Tja, was soll ich sagen? Ich hätte nicht gedacht, dass mich zwischen den Seiten eine Welt erwarten würde, die mich derartig faszinieren und anziehen als auch abstoßen und wütend und traurig machen würde.  Dass in diesem Buch nichts beschönigt wird, war mir von Anfang an klar. Ein Buch, das hauptsächlich während der Großen Depression spielt, kann nicht nur Einhörner und Regenbögen sein.
Trotzdem war ich an manchen Punkten schockiert von den grausamen und ekelerregenden Praktiken, die Sara Gruen beschreibt.

Die Hauptcharaktere fand ich gut ausgearbeitet. Jacob, Marlena und August – sie hatten Tiefe und ich verstand (meistens) ihre Beweggründe. Bei diesen drei hörte es sich dann aber auch schon auf. Vor allen Dingen unter den Arbeitern und Artisten und Tieren tauchten so viele Namen und Gesichter auf, die ich mir unmöglich alle merken konnten. Sie wurden zu einem leisen Hintergrundgeräusch, aus dem hin und wieder erkennbare Töne auftauchten und dann wieder verschwanden.

Alles in allem war es ein gutes Buch, mit viel Schweiß und Dreck und einer Fülle an Emotionen und Charakteren. Obwohl ich natürlich keine eigenen Erfahrungen zur Großen Depression oder dem Geschehen hinter den Kulissen eines Zirkus mitbringen kann, kamen mir die Geschehnisse doch authentisch vor.Weiterempfehlen würde ich „Wasser für die Elefanten“ auf jeden Fall.

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8 Kommentare zu „Rezension „Wasser für die Elefanten“

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