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Rezension „Die Seiten der Welt“

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Titel: Die Seiten der Welt
Autor: Kai Meyer
Verlag: Fischer Jugendbuch
Reihe: Die Seiten der Welt #1
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-8414-2165-4
Seitenanzahl:  560
Format: Gebunden

Inhalt: Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.
Doch dann wird ihr Bruder entführt, und sie muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, in die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebell. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.

Meinung: Ich mag Kai Meyers Bücher. Ich bin fasziniert von seiner Fähigkeit, Dinge, Welten, Figuren zu nehmen, von denen man denkt, dass man alles darüber weiß und ihnen ein völlig neues Kleid zu schneidern. Es versetzt mich bei jedem Buch in Staunen und ich bin dankbar dafür.
„Die Seiten der Welt“ lag nun knapp zwei Jahre bei mir unberührt herum, bevor ich es gelesen habe. Und obwohl ich bisher so viele gute Erfahrungen mit Büchern des Autors gemacht habe, konnte mich „Die Seiten der Welt“ nicht hundertprozentig überzeugen.

Dass ich ein wenig länger brauche, um mich in der Welt, die Kai Meyer schafft, zurecht zu finden, ist für mich nichts Neues. Auch hier brauchte ich ein bisschen, bis ich alles verstanden habe. Obwohl am Anfang schon recht viel passiert, hatte ich trotzdem das Gefühl, dass alles eher langsam voranschreitet. Erst ab Teil Zwei des Buches konnte ich in den Seiten versinken. Libropolis wäre durchaus ein Ort gewesen, den ich gerne mal besucht hätte.
Auch wenn ich bei Kai Meyers Büchern erst entdecken muss, wo ich mich befinde und welche Gesetzmäßigkeiten gelten, um Spaß zu haben und die Reise oft unterschiedlich lange dauert, die Figuren helfen mir meistens spielend darüber hinweg. Nicht so hier. Ich konnte zu keiner der „wichtigen“ Figuren eine Beziehung aufbauen, Furia kam mir kalt und distanziert vor und Cat und Finnian haben durch ihr Handeln mehr Fragen aufgeworfen als sie mir beantwortet haben. Es ist schwierig ein Buch wirklich zu genießen, wenn man sich permanent Fragen über Motive und Logik hinter Handlungen stellen muss. Mit den Nebenfiguren konnte ich viel mehr anfangen und an denen habe ich mich auch wirklich erfreut.

Ein weiter Punkt ist, dass ich irgendwie die Liebe zu Büchern in diesem Buch vermisst habe, diesen Fanatismus, den zum Beispiel manche Buchblogger an den Tag legen. Ich weiß, dass die Prioritäten in der Handlung ja woanders liegen, trotzdem fehlte mir das, wie ein permanenter Makel, der dem Buch anhaftete.

An sich sind die Ideen – trotz mancher Vorhersehbarkeit – toll und spannend, faszinierend gar. Ich konnte mich allerdings trotzdem nicht so recht mitreißen lassen.

Möglicherweise habe ich aber auch einfach zu viel Erwartung in das Buch gesteckt. Ich habe sie in den letzten Monaten damit hochgeschaukelt, dass da ein Buch über Bücher in meinem Regal auf mich wartet. Von Kai Meyer. Und je mehr ich mir das in Erinnerung gerufen habe desto aufgeregter war ich, desto eher hatte ich das Gefühl es aufsparen zu müssen für das ultimative Leseerlebnis. Diese Erwartungen konnten letztendlich vermutlich nur enttäuscht werden. Obwohl da noch eine ganze Welt aus Kai Meyers Feder vor mir liegt, die es restlos zu erkunden gilt, habe ich nicht das Bedürfnis, die beiden verbliebenen Teile in der nächsten Zeit zu lesen. Es macht mich irgendwie traurig, nicht mehr Freude sondern hauptsächlich Irritation beim Lesen empfunden zu haben, hoffe aber, dass ihr mehr Spaß beim Lesen habt, solltet ihr euch entschließen, das Buch zu lesen.

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8 Kommentare zu „Rezension „Die Seiten der Welt“

  1. Für mich war „Die Seiten der Welt“ nach langer Zeit, wahrscheinlich seit „Das Buch von Eden“, spätestens aber seit „Herrin der Lüge“ mal wieder ein Buch von Kai Meyer, das ich wirklich, wirklich gut fand. Für alles was dazwischen kam – „Sturmkönige-„, „Wolkenvolk-„, „Wellenläufer-Trilogie“ – fühlte ich mich irgendwie zu alt. 😉 Auch die Arkadien-Reihe hat mich nicht umgehauen. „Phantasmen“ war noch ganz in Ordnung.

    Trotzdem sehne ich mich bei Kai Meyer-Büchern an die Zeiten von „Die Alchimistin“ und „Das Haus das Daedalus“ zurück!

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo, Fraggle!
      „Arkadien“ habe ich damals sogar abgebrochen, damit kam ich so gar nicht zusammen. „Sturmkönige“ hab ich noch nicht durch, mag ich aber schon. „Phantasmen“ fand ich großartig. Ich habe mir schon gedacht, dass ich hier jetzt von vielen Leuten hören werde, dass sie das Buch toll finden, aber das ist ja auch in Ordnung. Ich wünsche mir irgendwie auch, dass ich das Buch mehr gemocht hätte. Aber was soll ich machen? 🙂
      Von seinen „Erwachsenenbüchern“ hab ich noch gar nichts gelesen, muss ich mal machen.
      LG, m

      Gefällt 1 Person

  2. Bei mir hat „Die Seiten der Welt“ auch irgendwie nicht so recht gezündet – sogar so wenig, dass ich es nach etwa einem Drittel erstmal weggelegt habe, und es seitdem auch nicht wieder angefangen habe. Irgendwie ist da der Funke bei mir schon auf den ersten Seiten nicht übergesprungen und so ganz das Licht aus ging bei mir, als ich von dem sprechenden Sessel und der sprechenden Lampe gelesen habe. Das hat mich irgendwie gestört. Da dachte ich mir, ok, bei aller Magie und Fantasie und so, aber das ist jetzt echt nicht meins. Ich schätze, ich werde dieses Buch nie zu Ende lesen… 😮

    Gefällt 1 Person

    1. Die Lampe und der Sessel – ja, das war so eine Sache. Ich fand die Idee zwar ziemlich typisch für Kai Meyer, aber ich hätte nicht gedacht, dass er denen einen eigenen Handlungsstrang gibt. Generell fand ich die Sichtweisen von Pip und Sessel und Lampe irgendwie unnötig.
      Ich wäre auch zufrieden gewesen, wenn es ein Einzelband gewesen wäre. Jetzt muss ich mir immer Gedanken machen, ob und wann und überhaupt. Vielleicht und irgendwie. :/

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