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Rezension „Die Sehnsucht des Vorlesers“

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Titel: Die Sehnsucht des Vorlesers
Originaltitel: Le Liseur du 6h27
Autor: Jean-Paul Didierlaurent
Verlag: dtv premium
Seitenanzahl: 224
ISBN: 978-3423260787
Format: Taschenbuch

Inhalt: Guylain Vignolles hat einen Job, den er hasst – er bedient die Schreddermaschine in einer Papierverwertungsfabrik und ist somit Tag für Tag der Henker für tausende und abertausende Bücher. Um dem Schrecken dieser Tätigkeit zu entfliehen, liest Guylain jeden Morgen im Zug auf dem Weg zur Arbeit einzelne Seiten vor, die er Tags zuvor der Maschine entrissen hat.
Bis er eines Tages einen roten USB-Stick mit dem Tagebuch einer jungen Frau darauf findet und daraus vorzulesen beginnt. Jetzt endlich ändert sich sein Leben…

Meinung: Dieses Buch ist ein bisschen wie die Sonnenstrahlen, die den Nebel über einer verschneiten Wiese glitzern lassen oder wie der Geruch eines Buches, wenn man die Nase zwischen die Seiten steckt – klein und sanft und zärtlich. Nichts Weltbewegendes, aber wunderbar, wenn man sich die Zeit dafür nimmt.

Es besticht innen wie außen schon mal mit einem netten Design und reliefartigen Erhebungen, über die man beim Lesen mit den Fingern streichen kann. Für einen haptischen Menschen wie mich ein echter Bonus.
Das Buch hat das Flair und die Sanftheit, die typisch ist für französische Romane. Wir lernen Guylain Vignolles kennen, seine Arbeit, seine Leidenschaften, seine Freunde. Sämtliche Figuren sind wirklich entzückende Charaktere mit liebenswerten Eigenheiten, die man alle sofort ins Herz schließen muss.

Der Autor führt neue Plotfäden und Hintergrundwissen über Andeutungen und Umwege ein, was neugierig macht, aber an manchen Stellen ein bisschen nervig ist. So hätte ich zum Beispiel lange nicht gewusst, was Guylain eigentlich beruflich macht, wenn es nicht auf dem Klappentext gestanden wäre. Auch wirken die Übergänge ab und an ein bisschen abgehackt, aber das kann man getrost übersehen. Vor allen Dingen, wenn Julies Tagebucheinträge frischen Wind in die Geschichte bringen.

Das Buch vermittelt dieses Gefühl von frühmorgendlichen Pendlerzügen und Papierbrei und kleinen Leuten mit kleinen Leben ganz wunderbar. Es ist nichts Großes, aber ich bin froh, dass ich es gelesen habe und es ist definitiv ein Highlight dieses Jahres. Ich kann euch das Buch wirklich nur wärmstens ans Herz legen.

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13 Kommentare zu „Rezension „Die Sehnsucht des Vorlesers“

    1. Hallo, Nomi!
      Nein, das mit dem Zerschreddern…da darf man wirklich nicht zu sehr darüber nachdenken. *schüttel* Aber es ist ein nettes Buch und es liest sich auch sehr schnell. Wenn du also etwas brauchst, das du einfach mal so einschieben kannst, dann kannst du ruhig zu dem Buch greifen. 🙂
      LG, m

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  1. Eine schöne Rezi! Vor allem der erste Absatz nach „Meinung“. Wunderschön geschrieben! ♥
    Ich hatte das Buch im Laden auch schon in der Hand und fand die Story interessant. Ich werde es auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, aber da ich mir aktuell kaum Bücher kaufe, wird das wohl noch warten müssen…

    Ich wünsch dir einen schönen Tag!
    Jacy

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo, Jacy!
      Vielen Dank für das Kompliment. Manche Bücher legen einem einfach große Gedanken in den Kopf. 🙂
      Es ist wirklich ein schönes Buch. Wenn du mal Zeit und Lust drauf hast und dir mal wieder ein Buch kaufen willst, dann rate ich dir zu diesem hier. 🙂
      LG, m

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