Rezension „Angelfall“

SONY DSC

Titel: Angelfall
Autor: Susan Ee
Verlag: Hodder
Seitenanzahl: 325
Sprache: Englisch
ISBN: 978-1444778519
Format: Taschenbuch

Inhalt: Sechs Wochen nach der Apokalypse. Niemand hätte gedacht, dass der Weltuntergang von Engeln gebracht wird. Während überall Chaos und Zerstörung herrschen, versucht die siebzehnjährige Penryn sich und ihre Familie am Leben zu erhalten. Als jedoch ihre hilflose kleine Schwester Paige von den Engeln entführt wird, ist es vorbei mit dem Versteckspiel. Penryn macht sich auf den Weg zum Hauptquartier der Engel, um ihre Schwester zu retten – unterstützt vom flügellosen Engel Raffe, der alles dran setzt, sich wieder in die Lüfte zu erheben…

Meinung: Viele sagen, dass „Angelfall“ nur eine Nachmache von „Die Tribute von Panem“ ist. Das stimmt aber nicht. Sicher, es gibt Parallelen. Eine Welt im Chaos. Eine große Schwester, die für das Überleben der Familie sorgt. Eine hilflose kleine Schwester. Eine psychisch kranke Mutter. Und eine Heldin, die gar keine sein will, sondern sich nur auf das Wohl ihrer Familie konzentriert.
Aber ganz ehrlich, trotz dieser generellen Gemeinsamkeiten ist „Angelfall“ doch etwas vollkommen anderes.
Wir haben es hier mit einem (post)apokalyptischen Roman zu tun, der – und das war das Erschreckende – nicht nach einem dritten Weltkrieg oder einer Naturkatastrophe spielt, sondern in der jetzigen Zeit und nächste Woche schon über uns hereinbrechen könnte.
Da haben wir Penryn – eine großartige Protagonistin, die die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt, was bedeutet, dass alles, was Penryn nicht weiß, auch der Leser nicht erfährt. Das hat mich ehrlich gesagt an manchen Punkten ein bisschen gestört. Ich war begierig etwas über die Hintergründe herauszufinden, bis ich begriffen habe, dass ich mich einfach noch ein bisschen gedulden muss. Dass die Geschichte ihr eigenes Tempo hat und ich schon alles erfahren werde, was ich wissen muss.
Penryn ist pragmatisch und zielgerichtet und konzentriert sich auf das, was als nächstes zu tun ist. Sie will nicht die Welt retten – sie will nur ihre Schwester wiederhaben. Dafür verbündet sie sich sogar mit dem Feind – Raffe. Sie hat es definitiv nicht leicht gehabt in ihrem Leben und das merkt man der Figur unterschwellig auch an, allerdings verfällt sie nie in Selbstmitleid, sie jammert nicht und tut das, was getan werden muss. Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon jemals einer so starken und pragmatischen Buchfigur begegnet bin.
Über Raffes Vergangenheit erfährt man nicht viel. Man erfährt überhaupt nicht viel über Raffe. Er ist ruhig und sagt eigentlich nicht viel und ist nur mit Penryn unterwegs, weil sie seine Flügel als Geisel hält und er sie braucht, um zum Engelshorst zurückzukehren. Generell bleiben die beiden nicht zusammen, weil sie sich mögen, sondern weil sie sich brauchen. Eine reine Zweckgemeinschaft. Was Raffe angeht, musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass Raffe kein Mensch ist. Er sieht zwar so aus, ist aber nicht wirklich menschlich. Er ist kein Mensch. Er ist kein Mensch. Er ist kein Mensch. Es ist so leicht, das zu vergessen und ich verstehe, warum auch Penryn ab und an dieses Problem hat und dann ein mentales Gummiband schnalzen lässt.
In „Angelfall“ wird absolut nichts beschönigt. Weder die Reise noch das Verhalten der Charaktere noch ihre Interaktion mit anderen. Die Welt ist kalt und hart geworden und über dem ganzen Buch hängt dieser Geruch von Apokalypse und Verzweiflung und Egoismus und das Fegefeuer ist schon so nah, dass sich einem die Haut vom Genick schält. Es ist ein Buch über Leute, die einfach nur am Leben bleiben wollen und in etwas hineinrutschen, das sie nicht kontrollieren können. Ein Buch mit Gewalt und Action, mit Misstrauen und Egoismus und Loyalität. Es ist voller Überraschungen und Twists und hält den Lesen – also in dem Fall mich – am äußersten Rand des Stuhls, bereit vor Spannung aufzuspringen und im Zimmer auf und ab zu tigern.
Falls das jetzt noch nicht klar genug ist: Ich finde das Buch toll. Ich mag die Charaktere, ich mag die Spannung, ich mag die Geschichte. Und ich will wissen wie’s weitergeht.

Advertisements

2 Gedanken zu “Rezension „Angelfall“

  1. Gib es zu, du wolltest erst Verwirrung stiften und mich dann zu dir locken.^^
    Verwirrung, weil ich dachte, ich hätte den Donnerstag verpasst.
    Verlockung, weil ich das Buch auch noch so gern lesen mag.
    Und wenn ich so deine Rezension dazu lese, würde ich das Buch gern heute schon anfangen.
    Doch leider liegen auf dem Schreibtisch noch andere Bücher, die auf mich warten und zweitens wäre es ja schon schön, wenn die Fortsetzung schon auf dem Markt wäre. 😉
    Ich komme dann morgen wieder…am DONNERSTAG.^^
    Sei mir ganz lieb gegrüßt,
    Hibi

    Gefällt 1 Person

    • Gar nicht! Ich habe dich absolut ohne bösen Hintergedanken besucht!
      Ich hoffe, du liest das Buch bald. Allerdings wirst du wohl noch ewig warten, wenn du wirklich auf die Fortsetzung warten willst, weil ich glaube, dass der Verlag die anderen beiden Bücher nicht übersetzen lässt. Da wirst du die englischen Bücher lesen müssen. (Die ohnehin vom Cover her viiiiiel schöner sind. Obwohl man ein Buch ja nicht nach dem Aussehen beurteilen soll, oder?)
      LG, m

      Gefällt mir

Lust auf ein nettes Gespräch?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s