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Media Monday

Media Monday #229

Ich bin heute zum zweiten Mal beim Media Monday dabei – einer Aktion, die ihr bei Wulf findet. Obwohl es hier normalerweise um Filme und Ähnliches geht, hat Wulf die Fragen dieses Mal sehr allgemein gestellt, damit wir auch zum Thema Frankreich etwas sagen können, wenn uns was unter den Nägeln brennt. Das finde ich sehr pietätvoll von ihm und obwohl ich nicht auf dem Thema rumreiten will, gibt mir das jetzt mal die Möglichkeit, mir etwas von der Seele zu reden und mich nicht schlecht fühlen zu müssen, wenn ich weiterhin über normale Dinge wie Bücher oder Filme blogge.

1. Angesichts der Anschläge in Paris, fühle ich mich ohnmächtig und hilflos. Erzählt wurde mir die Sache von meinem Lehrmädchen und der schwangeren Kollegin, was das ganze irgendwie noch viel grauenvoller machte, wenn man so eine Nachricht von zwei so verletzlich wirkenden Personen erzählt bekommt.

2. Nachdem ich gehört hatte, dass die Anschläge in Paris auf einfache Leute wie ihr und ich verübt worden sind, habe ich mir vor allen Dingen Sorgen um meine Freunde in dieser Gegend gemacht. Bis jetzt habe ich noch keine Rückmeldung von “meinen” Franzosen erhalten und kann nur hoffen, dass es ihnen allen gut geht. 

3. Wenn ich höre, dass jetzt überall von Krieg geredet wird, fehlen mir die Worte, denn ganz ehrlich, das macht mir Angst. Ich gehöre nicht zu einer Generation, die noch einen Krieg miterlebt hat und habe keine wirklichen Vorstellungen davon. Ich fühle mich kindlich und klein, wenn ich daran denke und jetzt ist die ganze Sache viel näher als je zuvor.

4. Zum Wochenende kann ich sonst nicht mehr sagen. Ich habe gearbeitet. Ich habe mit meiner Freundin einen Kuchen gebacken. Ich habe mit anderen Leuten geredet. Ich habe aufgeräumt. Ich habe gelesen. Ich habe mir einen Film angeschaut. Mein Leben geht weiter, auch wenn ich es mir seltsam vorkommt, wenn ich daran denke, wie schlimm es momentan in Paris zugehen muss.

5. Generell hätte ich mir gewünscht, dass so etwas nie passiert. Vielleicht ist es unrealistisch. Vielleicht darf man die Augen nicht vor der Realität verschließen. Aber es ist wohl verständlich, wenn ich mir für mein Leben und das meiner Lieben Glück und Sicherheit wünsche, oder?

6. Schon in der Vergangenheit habe ich mir Gedanken über dieses Thema gemacht. Es spielt in meinem Kopf Pingpong. Von einer Seite auf die andere. Trotzdem wird diese Sache in ein paar Wochen in der Vergangenheit liegen. Und man wird weitermachen. Man wird auf das beste hoffen und in die Zukunft schauen. Aber wenn dann wieder etwas Ähnliches passiert, was dann?

7. Zuletzt habe ich mir auf Youtube Flashmop-Videos angeschaut und das war direkt vor dem Schlafengehen , weil ich mich von dem Schrecken des Wochenendes ablenken wollte. Mein Gedanke dabei war, dass auf der Welt nicht alles schlecht sein kann, wenn es Musik gibt. Am liebsten war mir das Video von einem Flashmop in Köln vor ein paar Jahren, als ein Orchester mitten in der Fußgängerzone auf einmal anfing die Star Wars-Titelmusik zu spielen. Das Video hat die Albträume ferngehalten. Zumindest rede ich mir das ein.

So, jetzt habe ich es gesagt. Ich will mich mit meinen Gefühlen niemandem aufdrängen. Es ist mir auch egal, was andere in diesem Fall von mir denken. Ob sie mich für naiv halten. Die Sache ist zu nahe an mir dran. Aber es fühlt sich gut an, meine Gedanken hier grün auf grau in die Unendlichkeit des Internets zu schicken.

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