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Rezension “Jake Djones und die Hüter der Zeit”

Jake Djones und die Hüter der ZeitTitel: Jake Djones und die Hüter der Zeit

Originaltitel: The History Keepers: The Storm begins

Autor: Damian Dibben

Sprache: Deutsch

Verlag: Penhaligon

Seitenanzahl: 364

ISBN:  978-3-7645-3093-8

 
 
 

Inhalt:

Der 14-jährige Jake Djones führt ein ganz normales Leben – bis er eines Tages einfach so vom Fleck weg entführt wird. Und zwar von den Geschichtshütern. Die erzählen ihm nicht nur, dass in ihm ein verborgenes Talent zum durch die Zeit reisen schlummert, sondern auch, dass seine Eltern irgendwo in der Geschichte verschollen sind.

Gemeinsam mit neuen Freunden reist Jake ins Venedig des 16. Jahrhunderts, um hier den skrupellosen Prinz Zeldt aufzuhalten, der sich die Geschichte und damit die Welt Untertan machen will. Und um ganz nebenbei hoffentlich auch noch seine Eltern  zu finden.

Meinung:

Nachdem “Rubinrot” von Kerstin Gier ein solcher Erfolg gewesen ist, scheinen allzu viele Autoren auf den Zeitreisenzug aufzuspringen. Oder sie hatten alle parallel die Idee für ihre Geschichten. Kann natürlich auch sein. Auf jeden Fall werden die Zeitreisenden immer mehr. Dies ist auch der Grund, warum ich bei diesem Thema ein bisschen im Zwiespalt stecke. Es ist nichts wirklich Neues, es ist aber auch noch nicht so oft vorgekommen, dass man schon komplett übersättigt ist.

Trotz dieses Gefühls habe ich mich entschlossen dieses Buch zu lesen, vor allen Dingen, da ich mich sehr für Geschichte interessiere und mir dachte, dass ich so Lesevergnügen und Lernen miteinader kombinieren könnte. Im Groben gesehen finde ich die Idee recht gut. Vor allen Dingen der Gedanke, dass alte Segelschiffe sozusagen als “Zeitmaschinen” herhalten, verspricht Abenteuer und Romantik.

Noch bevor ich weiter auf die Handlung oder die Figuren eingehe, möchte ich gerne etwas sagen. Man merkt dem Buch einfach an, dass der Autor eigentlich Drehbücher schreibt. Das muss nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Oft ist es bei solchen Geschichten so, dass alles sehr bildhaft beschrieben ist, was ich eigentlich sehr schön finde. Bei diesem Buch fällt es aber einfach zu sehr auf. Es ist keine Seite vergangen, bei der ich nicht bei mir gedacht habe, dass aus dieser Idee wohl besser ein Film gemacht worden wäre als ein Buch. Das fängt bei den Beschreibungen an, zieht sich über die Charaktere und landet beim Plot. Das ganze Buch ist einfach viel zu vollgepackt. Viele Einzelheiten hätte mal weglassen können. (Das gilt leider auch für Charaktere; ich hätte leicht ohne den ewig jammendern Paolo leben können.) Mehr ist eben nicht immer mehr.

Wenn wir schon bei den Charakteren sind, kann ich auch hier gleich noch ein bisschen Dampf ablassen. Manche hätte man, wie schon gesagt, getrost weglassen können, andere hatte ich ganz gerne. Hierbei haben es mir eher die Nebencharaktere angetan. Ich hatte meine Freude mit Rose, Jupitus Cole, Oceanne Noir und Galliana Goethe (und Olivia, ihrem Windhund). Wobei mir die Hauptcharaktere eher auf die Nerven gingen. Meiner Meinung nach verhält sich Jake nicht wirklich wie ein 14-jähriger das tun würde und Nathan kam mir derart unecht vor, dass ich jedes Mal, wenn er den Mund aufmacht, am liebsten aufgestöhnt hätte.

Ein weiteres Detail, das ich hier noch erwähnen will, ist, dass der Autor kein besonders gutes Zeitgefühl zu haben scheint. (Mir kann niemand erzählen, dass man eine ganze Nacht braucht, um ein Zelt in Brand zu stecken und dann zum nahen Waldrand zu fliehen.) Auch wiederspricht der Autor sich bisweilen selbst oder vergisst Details, die er ein paar Kapitel vorher noch groß beschrieben hat.

Wenn ich mir die Rezension jetzt noch einmal so durchlese, muss ich sagen, dass sie eigentlich sehr negativ ausgefallen ist. Trotz all dieser Mankos habe ich das Buch allerdings gerne bis zum Schluss durchgelesen und sogar die Reihe weiterverfolgt. Das liegt vielleicht daran, dass es der Autor gut hinbekommen hat – trotz der Unzulänglickeiten – einen spannenden Ton für das ganze Buch beizubehalten. Außerdem scheint der Mann ein großartiges Händchen für enorme Cliffhanger zu haben, was mich zusätzlich an die Reihe gefesselt hat.

Fazit: Es ist nicht vollkommen schlecht, aber man kann problemlos weiterleben, ohne dass man das Buch gelesen hat. Sollte allerdings irgendwann mal ein Film draus gemacht werden, würde ich ihn mir wahrscheinlich schon anschauen.

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