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Rezension “Das Geheimnis der Eulerschen Formel”

Das Geheimnis der Eulerschen Formel

Titel: Das Geheimnis der Eulerschen Formel

Originaltitel: Hakase no Aishita Sushiki

Autor: Yoko Ogawa

Verlag: Aufbau Verlag

Seitenanzahl: 250

ISBN: 978-3-7466-2944-5

Inhalt: Ein alter Mathematikprofessor, dessen brillante Karriere nach einem geheimnisvollen Unfall ein abruptes Ende fand, lebt zurückgezogen auf dem prächtigen Anwesen seiner Schwägerin. Seit seinem Unfall währt sein Kurzzeitgedächtnis nur mehr achtzig Minuten, danach kann er sich an nichts mehr erinnern. Acht Haushälterinnen hat seine Schwägerin bislang eingestellt und jede schon nach kurzer Zeit wieder entlassen. Aber mit Nummer neun wird alles anders. Rasch gewinnt sie das Vertrauen des Professors, der auch ihren zehnjährigen Sohn sofort ins Herz schließt. Einfühlsam und mit viel Geduld führt der Professor die beiden in die faszinierende Welt der Mathematik ein. Und mit jeder neuen Gleichung, mit jeder neuen Formel entstehen zwischen ihnen Bande, die stärker sind als der Verlust der Erinnerung bis die Schwägerin des Professors dem ein plötzliches Ende setzt…

Meinung: Normalerweise stehen Bücher wie dieses für alle Ewigkeiten in meinem Regal, ohne dass es jemals eine Chance hätte, von mir gelesen zu werden, weil ich mich mit dieser Art von Literatur eher langweile. Dieses Buch aber ist anders. Die Autorin hat mich mit diesem Roman überrascht. Sie erzählt die ganze Geschichte rund um den Professor, die Erzählerin und ihren Sohn mit einer großen Sanftheit, obwohl ich am Ende des Buches nichts weiter als Traurigkeit empfunden habe. Eine Traurigkeit, weil die ganze Geschichte einfach gezeigt hat, dass das Leben eben nicht aus Einhörnern, Regenbögen und Ritten in den Sonnenuntergang gemacht ist. Es war einfach real, ohne dabei Brutalität oder hilflose Ohnmacht zu brauchen, wie man es vielleicht aus einem Jodie Picoult-Roman oder Nicholas Sparks-Buch kennt. Und trotzdem hat mich die Geschichte und die Liebe und Freundschaft hinter der ganzen Realität sehr berührt.

Was die ganzen mathematischen Erklärungen und Formeln angeht, die in diesem Buch auf jeder zweiten Seite zu finden sind, halte ich es wie John Green, der im Nachwort zu seinem Buch “An abundance of Katherines” geschrieben hat: “Ich war nie besonders gut in Mathematik, aber mich fasziniert die Idee von Mathematik.”. Daher hatte ich keinerlei Probleme damit, dass die Autorin so viele Gleichungen und Formelsätze eingebracht hat. Ich hatte sogar das Gefühl, die Beziehung zwischen dem Professor und der Erzählerin noch besser zu verstehen.

Und wenn ich mir auch unsicher bin, ob ich jetzt öfter zu einem Buch dieser Art oder zu einem anderen Werk der Autorin greifen werde, ich bin doch froh um dieses Buch in meinem Regal.

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